Hier nun die zweitletzte Seite meines Urteils, das insgesamt 14 Seiten umfasst.
Zur Eurer Erklärung fange ich am besten nochmals kurz von vorne an, diese unglaubliche Geschichte zu erklären.
Mein Bruder ist - leider muss man sagen - ein ehemaliger oder noch immer aktiver Drogenkonsument. Mit Drogen sind harte Drogen wie Heroin, Kokain und Crack gemeint. Bereits während meiner Ausbildungszeit war er dermassen süchtig und vom Gift geprägt, dass meine Mutter und ich mehrmals körperlich wie psychisch von ihm misshandelt. Noch etwas, mein Bruder is knappe 10 Jahre älter als ich und von Geburt her massiv breiter, stärker, also kräftiger gebaut als ich.
Nun gut, wie es für Familien eigentlich üblich sein sollte, hat sich meine Mutter und ich entschlossen, ihn doch zu unterstützen. Bei mir war es meistens der Druck von Seiten meines Bruders, der mich dazu brachte, ihm mein kleines Ausbildungsgehalt auszuhändigen, sei es für Socken, Unterwäsche, Zigaretten, Arztbesuche.... und vermutlich auch für harte Drogen. Nach 3 Jahren, ich sah bereits das Ende meiner Ausbildung, liessen wir Ihnen in eine psychiatrische Anstallt einweisen, die sich auf Schwersüchtige spezialisiert hatte. Natürlich auf unsere Kosten, wie immer. Ich habe damals die Kosten, die bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufen sind mal zusammengefasst, und bin auf die unglaubliche Zahl von CHF 65'000.00 gekommen. Diesen Betrag hat meine Mutter und ich also dafür aufgewendet, um meinen Bruder aus der, entschuldigung, "Scheisse" zu holen. Unglaublich, fast unmöglich, aber wahr!
Die nachfolgenden Jahre hat er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten und sich seine nach wie vor, so vermuten wir, seine Sucht gestillt. Immerhin war er zu diesem Zeitpunkt seine grössten Schulden los und konnte sich einigermassen wieder in die Gesellschaft integrieren. Was aber nicht heisst, dass er gesund, normal, lebendig und geheilt war. Doch eben, eigentlich waren unsere Bemühungen für Nichts! Diesmal hatte er noch den Vorteil, dass er mit Verdealen von harten Drogen seine Sucht und seine ebenfalls süchtigen Frauen finanzieren konnte.
In dieser Phase wurde meine Mutter und ich wieder massiv von ihm belästigt, verprügelt, ausgenutzt und sogar beklaut. Eine grössere Münzsammlung, die noch von meinem waisen Vater stammte, hat er meiner Mutter gestohlen und Sie auf dem Olt... und Zür... Drogenplatz verscherbelt. Was er wohl dafür bekommen hat?!? Laut Schatzungen sollte Sie so gegen 15, oder 20 Tausend Wert gewesen sein... Aus Mutterliebe aber vor allem aus Angst, hat meine Mutter keine Anzeige erstattet. Wie schämten wir uns von unserem eigenen Fleisch und Blut dermassen verarscht, misshandelt, ausgenommen, bestohlen worden zu sein. Für mich und meine Mutter folgten Jahre in Behandlung eines Psychiaters.
Mein Vater übrigens, war zum Zeitpunkt, als die ganze Geschichte begann, bereits 10 Jahre von meiner Mutter geschieden und wollte auch nach so einer langen Zeit absolut Nichts mit mir, seinen Kindern zu tun haben. Ihn hatten wir also von all diesen Sorgen ausgeschlossen, da, wie er in einem Brief geschrieben hatte, über keine Kinder, Ex-Frau und Familie verfüge. Er wolle nie wieder etwas von uns hören! Sein Wunsch war mir befehl - aber es tat dermassen weh, dass ich diesen Verlust nie überwunden habe.
Ich brauche eine Pause, mehr Infos folgen....



